St. Franziskus-Hospital

Operative Verfahren

Möglichkeiten der operativen Therapie 

Alle nachfolgenden Eingriffe werden bei uns im Regelfall minimal-invasiv, d. h. durch winzige Bauchschnitte, in Vollnarkose ausgeführt. Dabei unterscheidet man zwischen restriktiven Verfahren, die die Nahrungsmenge begrenzen, und malresorptiven Verfahren, die die Nährstoffaufnahme im Darm begrenzen.

Aufgrund einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit mit unserer Klinik für Innere Medizin - Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin, der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie sowie dem Institut für Radiologie bieten wir eine risikoarme Versorgung auf höchstem Standard. Hierfür sind auch unsere oecotrophologische, psychotherapeutische und physiotherapeutische Expertise vor, während und nach einem adipositaschirurgischen Eingriff von besonderer Bedeutung.

Magenband
Das risikoärmste OP-Verfahren ist die Platzierung eines verstellbaren Magenbandes um den oberen Magenbereich. Dieser wird dadurch sanduhrförmig eingeengt. Es können dann nur noch sehr kleine Nahrungsportionen gegessen werden. Bei den ambulanten Nachsorgeuntersuchungen (alle 3 Monate im ersten Jahr) kann das Bandvolumen durch Flüssigkeitsbefüllung so eingestellt werden, dass die Nahrung optimal "gebremst" wird. Circa 40 bis 50 Prozent Übergewichtsreduktion sind dann zu erwarten. Für den Therapieerfolg ist bei dieser Methode eine ganz besonders gute Mitarbeit der Patienten erforderlich (regelmäßige Mahlzeiten mit ausreichend Zeit, sehr gutes Kauen, nur sehr wenig Süßigkeiten u. a.).

Schlauchmagenresektion (sleeve-resection)
Hierbei wird der weitaus größte Teil des Magens als Nahrungsreservoir entfernt. Der schmale, schlauchförmige Restmagenanteil bedingt eine erhebliche Reduktion der Mahlzeitengröße. Dieses und OP-bedingte hormonelle Veränderungen führen zu ca. 60-prozentiger Verminderung des Übergewichtes. Der Eingriff kann auch bei extrem hohem Body-Mass-Index (BMI > 60, Super-super-obesity) mit vertretbarem Risiko durchgeführt werden. Es sollte akzeptiert werden, dass bei manchen Patienten nach ca. ein bis zwei Jahren noch ein weiterer operativer Eingriff angeschlossen werden muss, um den gewünschten Dauererfolg zu bewirken. Eine regelmäßige ambulante Nachkontrolle ist auf jeden Fall notwendig.

Mini-Gastric-Bypass (Omega-Loop- oder 1-Anastomosenbypass)
Dieses ist ein in Deutschland zu Unrecht noch relativ wenig verbreitetes alternatives Magenbypassverfahren, das international schon seit 1997 und auch bei uns mit großem Erfolg und sehr guten Langzeitergebnissen angewendet wird.
Bei korrekter OP-Technik ist diese Operation bei vergleichbarem Wirkungsprinzip und mindestens genauso guter Erfolgsprognose deutlich einfacher und schneller als der Y-Magenbypass durchführbar. Sie eignet sich daher auch gut für Patienten mit extrem hohem Body-Mass-Index (BMI > 50, Super-obesity).

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Roux-Y-Magenbypass
Bei dieser weltweit bislang am häufigsten vorgenommen adipositaschirurgischen Operation wird die Speisenmenge durch Bildung einer kleinen Vormagentasche begrenzt. Zusätzlich hat die Nahrungsumgehung des oberen Dünndarmes (Bypass) gewünschte hormonelle und teilweise malresorptive Folgen. Ein Diabetes mellitus Typ II wird hervorragend beeinflusst (metabolische Chirurgie). Auch Sodbrennen wird deutlich reduziert oder gänzlich beseitigt. Vitamine und Mineralstoffe (Calcium, evtl. Eisen) müssen anschließend unbedingt regelmäßig zur Nahrung ergänzt werden, um Folgekrankheiten (z. B. Osteoporose) zu verhindern. Die durchschnittliche Übergewichtsreduktion beträgt ca. 70 Prozent. Wie bei allen anderen Verfahren sind regelmäßige Nachkontrollen sehr wichtig.

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Biliopankreatische Diversion mit Duodenal Switch (BPD-DS)
Bei einem Body-Mass-Index von über 50 (Super-obesity) und bei Misserfolg anderer Operationsverfahren führen wir diese Operation durch. Eine Schlauchmagenresektion wird mit einer langstreckigen Nahrungsumgehung des oberen Dünndarmes kombiniert. Die langfristige Übergewichtsabnahme beträgt aufgrund einer höhergradigen Malresorption der Nahrung ca. 80 %. Eine lebenslange höher dosierte Nahrungsergänzung ist notwendig.

Umbauoperationen
Manchmal ist eine einzige adipositaschirurgische Operation nicht ausreichend, um das Problem Adipositas lebenslang in den Griff zu bekommen. Bei besonders hohem Übergewicht favorisieren wir zur Risikominimierung ohnehin ein zweistufiges operatives Vorgehen (z. B. Schlauchmagen und dann zusätzlich Magenbypass oder Duodenal switch ca. 1,5 Jahre später). Verschiedenste Situationen können eine Revision (dabei wird ein gegebenes OP-Prinzip nur korrigiert) oder eine Redo-OP (also einen Umbau hin zu einem anderen OP-Prinzip) erforderlich machen. Die individuelle Auswahl der geeigneten Operation und deren technisch optimale Durchführung ist ein Schwerpunkt unseres Departments.

Plastische Bauchdeckenrekonstruktion
Nach sehr starker Übergewichtsabnahme können störende und sich entzündende überschüssige Haut- und Unterhautanteile an der Bauchwand operativ entfernt werden. Dieses kann mit der Sanierung von Bauchdeckenbrüchen kombiniert werden. Die Übernahme der Behandlungskosten durch die Kostenträger unterliegt auch hier einem speziellen Genehmigungsverfahren. Bei notwendiger komplexer plastisch-chirurgischer Rekonstruktion auch anderer Körperregionen vermitteln wir zu anderen Spezialabteilungen.

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Seniorenhaus St. Maria