St. Franziskus-Hospital

Biliopankreatische Diversion

Biliopankreatische Diversion – Umleitung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsensäfte 

Der Magen wird verkleinert und die Verdauung so beträchtlich verändert, dass Sie zu jeder Mahlzeit eine kleinere Menge Nahrung zu sich nehmen und die gegessene Nahrung in viel geringerem Maße verwerten.

Die Biliopankreatische Diversion kommt nur für eine kleine Gruppe von Patienten, z. B. bei extremen Formen der Adipositas, in Frage.

Bei dieser Operation wird der untere Teil des Magens entfernt. Dadurch kann man weniger essen und es wird weniger Magensäure produziert. Der Dünndarm wird geteilt und der untere Teil an der Magentasche befestigt. Dieser Teil wird als „Nahrung transportierender Dünndarmschenkel” bezeichnet. Die gesamte Nahrung bewegt sich nun durch diesen Darmabschnitt. Die für die Verdauung notwendigen Gallen- und Bauchspeicheldrüsensäfte laufen durch den so genannten „biliopankreatischen Schenkel”, der mit dem letzten Dünndarm segment verbunden wird. Dieser Schenkel transportiert die Verdauungssäfte in den Bereich des Dünndarms, der als „gemeinsamer Dünndarmschenkel” bezeichnet wird. Da die Nahrung erst hier mit den für die Verdauung benötigten Gallen- und Bauchspeicheldrüsensäften vermischt wird, werden Fette und Kohlenhydrate dauerhaft schlechter vom Körper aufgenommen. Der Chirurg kann die Länge des gemeinsamen Dünndarmschenkels variieren und so den Grad der Absorption von Proteinen, Fett und fettlöslichen Vitaminen regulieren.

 

Biliopankreatische Diversion (BPD) mit duodenalem Switch

Hierbei handelt es sich um eine Abwandlung der Biliopankreatischen Diversion (BPD), bei der ein Magenschlauch gebildet wird, so dass der Magenausgangsmuskel (Magenpförtner) erhalten bleibt. Dieser reguliert den Transport der Nahrung vom Magen in den Dünndarm. Mit der Erhaltung des Magenpförtners wird somit ein schneller Einstrom von Zucker in den Dünndarm (sogenanntes Dumping) vermieden. Dumping äußert sich in Symptomen wie Schweißausbrüchen, Schwächegefühl, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Der erste Abschnitt des Dünndarms, der Zwölffingerdarm, wird geteilt. Danach wird die untere Dünndarmschlinge mit dem Zwölffingerdarm verbunden, die den Nahrung transportierenden Dünndarmschenkel” bildet. Die für die Verdauung wichtigen Bauchspeicheldrüsen-und Gallensäfte werden in den letzten Teil des Dünndarms, kurz vor Eintritt in den Dickdarm umgeleitet (sogenannter ca. 50 bis 100 cm langer gemeinsamer Dünndarmschenkel).

Vorteile:

  • Größter Gewichtsverlust von allen Adipositas-Operationen.

  • Sie können größere Mahlzeiten als bei anderen Verfahren zu sich nehmen.

 

Nachteile:

  • Sehr hohes Risiko von Mangelernährung und Vitaminmangel.

  • Eine lebenslange Vitaminergänzung ist notwendig.

  • Die Operation selber ist sehr komplex und hat auch höhere Risiken.

  • Eine lebenslange strenge Überwachung wegen Eiweißmangel, Blutarmut und Knochenerkrankungen ist nötig.

 

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