St. Franziskus-Hospital

Fettleibigkeit

Was ist Fettleibigkeit (Adipositas)?

Fettleibigkeit (Adipositas) ist eine chronische Erkrankung, bei der sich so viel überschüssiges Körperfett angesammelt hat, dass die Gesundheit geschädigt wird. Fettleibigkeit beginnt bei einem Body Mass Index (BMI) von 30 oder höher. Sie entsteht, wenn sich die Fettzellen im Körper eines Menschen vergrößern oder vermehren. Bei Gewichtszunahme werden diese Fettzellen zunächst größer und nehmen später in ihrer Anzahl zu.

Fettleibigkeit ist mehr als nur ein kosmetisches Problem. Sie ist eine anerkannte Krankheit und kann eine ernste Bedrohung Ihrer Gesundheit darstellen.

Über Fettleibige wird oft gesagt, dass ihnen einfach die Selbstkontrolle fehlt. Außerdem wird Fettleibigkeit häufig mit Übergewicht verwechselt. Aus medizinischer Sicht ist der Unterschied wichtig und häufig lebensbedrohlich. Mehrere medizinische Organisationen einschließlich der Weltgesundheitsorganisation erkennen Fettleibigkeit als Krankheit und ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit an.

Fettleibigkeit ist nicht einfach nur eine Frage der Selbstkontrolle. Es handelt sich vielmehr um eine komplexe Störung mit Beeinträchtigung von Appetitregulierung und Energiestoffwechsel.

Derzeit kommt es weltweit zu einem alarmierenden Anstieg von Übergewicht und Fettleibigkeit. Heute gibt es in Europa mindestens 135 Millionen Fettleibige und etwa 6 Millionen krankhaft Fettleibige. Und die Verbreitung dieser Krankheit wird sich vermutlich in den nächsten 20 Jahren noch verdoppeln. Das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel hat herausgefunden, dass in Deutschland bereits jeder 5. Bundesbürger über 18 Jahre fettleibig ist.

Zu den Ursachen für Fettleibigkeit zählen:

  • Genetische Faktoren
    Fettleibigkeit kommt verstärkt innerhalb von Familien vor, was auf eine genetische Ursache hindeutet. Familienmitglieder haben aber auch dieselben Ernährungs und Lebensgewohnheiten, die ebenfalls zu Fettleibigkeit beitragen können. Diese Ursachen von den genetischen Faktoren zu trennen ist nicht einfach. Trotzdem machen nach wissenschaftlichen Untersuchungen genetische Faktoren ca. 80 % der Neigung eines Menschen zu Fettleibigkeit aus und können bei mehreren Störungen auch direkt Fettleibigkeit auslösen. Leider wissen wir nicht, wie uns die Gene dick oder dünn machen. Manche Gene könnten auf die Teile des Gehirns wirken, die Appetit und Sättigungsgefühl steuern; andere wiederum könnten festlegen, wie der Körper die Kalorien speichert oder verbrennt.

  • Umweltfaktoren
    Die Umwelt hat einen starken Einfluss auf Fettleibigkeit. Dazu gehört der persönliche Lebensstil, z. B. was man isst und wie viel körperliche Bewegung man hat. Die zunehmende Verbreitung von Übergewicht und Fettleibigkeit ist Ausdruck mehrerer in den letzten 20 bis 30 Jahren eingetretenen Änderungen unserer Gewohnheiten beim Essen, Sport treiben etc. Man kann zwar seine genetische Beschaffung nicht ändern, wohl aber seine Essgewohnheiten und seinen Aktivitätsgrad.

  • Psychische Faktoren
    Psychische Faktoren haben ebenfalls Einfluss auf die Essgewohnheiten. Viele Menschen essen als Reaktion auf negative Gefühle wie Langeweile, Traurigkeit oder Ärger. Und die Fettleibigkeit gilt häufig als Folge mangelnder Willenskraft, Schwäche oder eines selbstgewählten Lebensstils – der Entscheidung nämlich, zu viel zu essen und sich zu wenig zu bewegen. Fettleibigkeit als chronische Erkrankung anzusehen, trifft den Kern jedoch besser als die Theorie der selbstgewählten Lebensform.

  • Körperliche Störungen
    Manche Erkrankungen können zu Fettleibigkeit bzw. einer Gewichtszunahme führen. Dazu zählen Schilddrüsenunterfunktion, Depressionen sowie verschiedene genetische und neurologische Probleme, die eine übertriebene Esslust hervorrufen können. Auch Medikamente wie Kortison und einige Antidepressiva können zu einer Gewichtszunahme führen. Ein Arzt kann Ihnen sagen, ob es bei Ihnen medizinische Gründe gibt, die zu einer Gewichtszunahme führen oder das Abnehmen erschweren.

 

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